Versteckt und ein wenig abseits der Touristenpfade befindet sich dieses Kleinod der Kunst an der flämischen Küste. Mitten in einem Wohngebiet von Sint Idesbald-Koksijde eröffnet sich dem Besucher auf zwei Ebenen die Welt des Künstlers Paul Delvaux (1897-1994). Der Künstler, der selbst immer an sich und seiner Kunst zweifelte, hat lange gezögert, ehe er der Errichtung der Stiftung und des Museums zugestimmt hat. Heute können wir von Glück sprechen, dass er über seinen Schatten gesprungen ist.
Zu sehen ist die wichtigste Sammlung seiner Malereien, Zeichnungen und Drucke aus den verschiedensten Schaffensperioden sowie eine umfangreiche Sammlung von Objekten, die er als Modelle für seine Arbeiten genutzt hat. Darüber hinaus erfährt der Besucher anhand einer interessanten und eindrucksvollen Fotodokumentation Wissenswertes über das Leben und den Werdegang des Künstlers selbst.
Er war ein ganz normaler Brüsseler Bürger - und doch ein Ausnahmetalent: René Magritte und seine traumartigen, nicht selten mysteriösen Bilder kennt man in der ganzen Welt. Seit Juni 2009 würdigt seine Heimatstadt den surrealistischen Maler mit einem eigenen Museum. Gezeigt werden über 250 Werke von den ersten Gehversuchen im Stil des Konstruktivismus bis zu den Traumbildern der Spätzeit, die sich bis heute als Reproduktionen auf Plakaten und Kaffeebechern wiederfinden. Sie lassen den Besucher tief in die Welt des Künstlers und sein unendliches Spiel mit den Wirklichkeiten eintauchen. Selbst die Fassade des Museums spielt mit unserer Wahrnehmung. Auf den Fensterscheiben scheint sich genau jener Wolkenhimmel zu spiegeln, den wir von den Gemälden Magrittes kennen: immer himmelblau und voll von unschuldig weißen Wölkchen.
Der große Surrealist und bedeutende Maler des 20. Jahrhunderts liebte das unauffällige Leben des Kleinbürgers. Im Anzug mit Bowlerhut und in Begleitung seines Spitzes "Loulou" machte René Magritte jeden Morgen einen Spaziergang durch die Straßen der Vorstadt. Er brauchte keine Boheme, nicht einmal ein Atelier. Seine Bilder malte er in karierten Hauspantoffeln in der Küche seines Wohnhauses. Hier sollen mehr als 800 seiner Gemälde entstanden sein. Heute ist sein Wohnhaus im Brüsseler Stadtteil Jette ein interessantes Museum. In dem Haus in dem Magritte 24 Jahre lang gelebt hat, entdeckt man persönliche Souvenirs und Zeugnissen aus dem Leben des eigenwilligen Künstlers.
James Ensor war nicht nur ein Provokateur, der mit seinen frivolen Masken- und Skelettbildern der feinen Gesellschaft den Spiegel vor die Nase hielt, sondern auch ein wichtiger Wegbereiter des Surrealismus. Er schaffte Fantasiewelten, indem er Farben, Linien und Formen surreal verfremdete. Aber das "enfant terrible" wusste auch Versöhnliches zu sagen. "Paradies für Maler, Göttin des heilen und isabellfarbenen Lichtes" - so blumig beschrieb Ensor seine Geburtstadt Oostende.
Überall in Oostende begegnet man Spuren des großen Malers. In seinem Geburtshaus, in dem er Zeit seines Lebens wohnte und malte, scheint die Zeit still zu stehen. Im Ensorhaus entdeckt der Besucher Schädel, Masken und allerhand Nippes, die er auf seinen Bildern verewigte. Die größte Sammlung an Originalwerken von Ensor findet man hingegen im Kunstmuseum am Meer (Mu.Zee). 2010 feiert Oostende den 150. Geburtstag ihres bekanntesten Sohnes mit der Ausstellung "Ein Besuch bei Ensor" und vielen weiteren Veranstaltungen.

