Dominique Persoone nennt sich selbst gern den "Schock-o-latier von Brügge". Denn obwohl er als Mitglied der ehrwürdigen Schokoladengilde der Stadt auch viel von der Pflege der Tradition hält, steht er doch vor allem für nahezu schockierende innovative Schokoladenrezepturen: zum Beispiel Wasabi-Blumenkohlpralinen oder auch sehr spezielle Kekse, die er mit der knusprigen Haut eines Hähnchens umhüllt. Trüffelrezepturen für Teetrinker und Zigarrenliebhaber gehören ebenso in das Sortiment des Ausnahmepatissiers, der für alle Kunden gut sichtbar in einer offenen Schauküche arbeitet. Der Erfolg gibt dem fantasievollen Meister Recht: sein Laden ist eines von nur drei Delikatessengeschäften, die der Guide Michelin für ganz Belgien listet.
"Die leckerste heiße Schokolade gibt es im Café de Proeverie", schwärmen die Brügger einhellig. Das kleine aber feine Teehaus hat nicht nur in Brügge einen exzellenten Ruf. Eine erlesene Auswahl an feinen Patisserien und Schokoladenkultur auf höchstem Niveau bietet dieses Juwel. Probieren Sie auch die legendären frischgebackenen "Scones". Höhepunkt ist natürlich die "Chocolademelk Proeverie". Auf einer Tasse mit heißer Milch befindet sich eine Schale mit geschmolzener Schokolade, die man in die Milch hineinfließen lässt. Ein himmlisches Vergnügen... Serviert wird die heiße Schokolade stets mit einer Auswahl an feinen Pralinen der familieneigenen Chocolaterie "Sukerbuyc".
"Sukerbuyc", auf deutsch Zuckerbauch, war die erste Chocolaterie in Brügge. Durch 80 verschiedene Pralinen- und Trüffelsorten können sich Naschkatzen hier probieren. Unwiderstehlich lecker sind vor allem die Pralinen mit Pistazien in sahniger Vollmilchschokolade. Im Gegensatz zum jungen wilden "Schock-o-latier" Dominique Persoone, hält die Chocolatier-Meisterin Paule Helene Depreter die Tradition hoch und setzt auf klassisch flämische Schokoladenkunst. Als ehemalige Apothekerin hat sie Fingerspitzengefühl für leckere Rezepte mitgebracht. Genau wie Jean Neuhaus, der 1912 die erste Praline erfand und nebenbei bemerkt auch Apotheker war.
Choco-Story, das Schokoladen-Museum in Brügge, versammelt Skurriles und Wissenswertes über die mehr als 2500 Jahre alte Kulturgeschichte von Kakao und Schokolade. Die Schokoladengeschichte beginnt mit dem Namensgeber der Schokolade, dem Aztekengott "Quetzalcoatl". Erst die spanischen Konquistadoren fügten dem Getränk Zucker hinzu. Die Schokolade wurde eine wertvolle Medizin gegen den Liebeskummer feiner adeliger Damen. Die private Sammlung umfasst präkolumbianische Keramik, merkwürdige Schokoladenkannen, königliche Schokoladen- und Biskuitdosen, Statuen aus Schokolade und alles, was man zum Herstellen oder Genießen von Schokolade braucht. Am Ende der Ausstellung demonstriert ein Chocolatier live die Herstellung von Pralinen. Anschließend darf probiert werden.
In den Königlichen Galerien in Brüssel befindet sich die historische Wiege belgischer Schokoladenkunst, das Stammhaus der Chocolaterie Neuhaus. Hier kreierte Jean Neuhaus 1912 die schönste belgische Erfindung: die Praline. Was als pharmazeutische Süßwarenhandlung mit Hustenbonbons und bitteren Schokoladenriegeln begann, wurde zur Mutter aller Chocolaterien. Wie alle belgischen Chocolatiers verwendet Neuhaus, trotz hoher Produktionszahlen, für ihre "Ganache" nur frischsten Zutaten wie reine Kakaobutter und frische Sahne. Die Klassiker von Neuhaus wie "Tentation" oder "Manon" gehören nach wie vor zu den beliebtesten belgischen Pralinen.
Das Schaufenster der Chocolaterie Burie ist seit Jahren Kult. Am Ende jeden Monats fragen sich die Antwerpener, was der Schokoladenkünstler Lieven Burie wohl diesmal in sein Schaufenster stellt. Eine 120 Kilogramm schwere und zwei Meter hohe Giraffe aus Schokolade? Er und sein Team bauten in vier Wochen einen Opel Corsa in Originalgröße detailgetreu nach, der letztlich genauso teuer kam wie ein echter. Diesen September baut Lieven Burie die filigrane Antwerpener Kathedrale aus weißer Schokolade. Bereits sein Vater galt als Begründer der Schokoladenbildhauerei. Neben eher klassischen Werken, wie der Schokoladenkopie des Antwerpener Rathauses oder Schokoladendiamanten, sorgte er mit seiner Aktion gegen "Hunde-Tretminen" für Unterhaltung und öffentliche Diskussionen unter den Antwerpener Bürgern.
Eine spezielle Pilgerstätte für "Chokoholiks" ist die Chocolaterie Boon in der kleinen Shoppingstadt Hasselt. Bereits der Duft lockt die Feinschmecker in das Cafehaus. Maitre Chocolatier Patrick Mertens hat ein Faible für orientalische Duft- und Geschmacksnoten. Wie Symphonien aus dem Morgenland komponiert Patrick kleinste Edelpralinen mit Wüstenrosen, Myrre, Rosenblüten und Kardamon. Seine Pralinen sind wesentlich kleiner als die üblichen, somit hat man deutlich mehr Geschmackserlebnisse für dieselbe Menge Kalorien.
In einem exklusiven "Schokoworkshop" unterweist der Maître Chocolatier Hendrik Mesuere kleine Gruppen in der hohe Kunst der Pralinenherstellung. Das Atelier befindet sich in den Kellergewölben eines restaurierten Stadthauses im Herzen der Altstadt von Gent.
Nach einem erfrischenden Aperitif des Hauses machen Sie sich ans Werk und erlernen das Herstellen, Füllen und Verzieren von süßen Köstlichkeiten aus Schokolade. Auch mit den hier erlernten raffinierten Dessertideen können Sie anschließend Ihre Gäste zu Hause beeindrucken. Sollten nach der Verköstigung vor Ort tatsächlich noch etwas übrig bleiben, können Sie natürlich auch Ihre handgefertigten Pralinenkreationen anbieten.

